KURSPROGRAMM HERBST 2019

Philosophie/Literatur

LITERATUR AM FREITAG

Lesend miteinander reisend, die Koffer voller Welt. Bitte lesen Sie das jeweilige Werk – wir freuen uns auf Gespräche! An alle, die sich seit Jahren bedanken für die bestens ausgewählten Titel, die sie gerne lesen und gelesen haben – warum kommen Sie nicht einfach?

Orhan Pamuk: DIESE FREMDHEIT IN MIR, 2014

Abenteuer und Träume des Boza-Verkäufers Mevlut Karataș und seiner Freunde sowie ein aus zahlreichen Perspektiven erzähltes Panorama des Istanbuler Lebens zwischen 1969 und 2012 – die Jahrzehnte, in denen Istanbul von 1,3 Millionen auf 13 Millionen Einwohner wuchs. Präzise recherchierte Migrations- und Stadtgeschichte, Familienroman über vier Generationen und Entwicklungsgeschichte eines glücklichen Träumers und Versagers.

Gesprächsleitung: Mag. Alexandra Zeitz

Termin: Fr., 11.10.2019, Beginn: 18:00

Beitrag nach freiem Ermessen

Klaus Merz: JAKOB SCHLÄFT, 1997

Das einfache Leben der Nachkriegszeit in einem Schweizer Dorf könnte eine Idylle sein,wäre das Leben der Familie, von der hier erzählt wird, nicht von verschiedenen Heimsuchungen
überschattet. Und dennoch entsteht auf knapp 75 Seiten eine Welt, die verzaubert, verstört und einen von der ersten Seite gefangen nimmt. Klaus Merz beschenkt uns mit einem Text
von behutsamer Schönheit, der ganz nah bei den Menschen ist und trotz seiner Kürze eine außergewöhnliche literarische Tiefe erreicht, die noch lange nachklingt.

Gesprächsleitung: Mag. Andrea Schröder

Termin: Fr., 6.12.2019, Beginn: 18:00

Beitrag nach freiem Ermessen

PHILOSOPHIE

UTOPISCHES DENKEN - JENSEITS VON SACHZWANG UND ALTERNATIVLOSIGKEIT

Drehen wir den Spieß einmal um und klagen nicht über die gegenwärtigen Verhältnisse, sondern fragen uns, wie eine Welt beschaffen sein müsste, in der wir gerne leben wollen. Ist das
naiv, weltfremd oder sogar gefährlich? Utopien stehen heute nicht gerade hoch im Kurs. In Literatur und Film dominieren Untergangsszenarien und Apokalypsen. Als Sehnsuchtsort gilt
allenfalls noch die Vergangenheit. Gegen diesen Trend wollen wir uns mit dem schöpferischen Potential utopischen Denkens beschäftigen, seiner Wirkungsweise und Geschichte.

Kursleitung: Mag. Andrea Schröder

Termine:
Sa., 18.1.2020: 10:00 – 17:00,
So., 19.1.2020: 10:00 – 14:00

Kursgebühr: € 95,–

Kurstipp: RAOUL SCHROTT: ERSTE ERDE EPOS, 2016

„Nie zuvor gab es so viel an Wissen über den Menschen und das Universum – doch je mehr Daten und Details angehäuft werden, desto weniger verstehen wir im Grunde. Wir wissen zwar, dass die alten Mythen nicht mehr stimmig sind – eine andere Geschichte, die uns und die Welt erklärt, gibt es jedoch nicht. Mich hat die Arbeit an diesem Buch glücklich gemacht. Ich habe jetzt das Gefühl, ich weiß alles, was ich wissen wollte. Und habe jetzt zum ersten Mal das Gefühl, daheim zu sein.“

Raoul Schrott will die Welt verstehen. Aus was besteht sie? Wie ist sie aufgebaut? Als Dichter gibt er keine rein naturwissenschaftliche Darstellung (obgleich er 7 Jahre lang die Naturwissenschaften durchforstet hat), jegliches Wissen lässt er in Mythen und Lauten von Urvölkern erscheinen, mit Leben erfüllt durch Reisen: die Atacamawüste in Chile, Meteoriteneinschläge in Mexiko und Vulkane in Äthiopien, Kanada, Griechenland, Island, Australien ... Alles verwebt sich und führt zu der Frage: Was ist der Mensch? Was bin ich? Was ist meine kurze Lebensspanne zwischen Milliarden und Millionen Jahren der Entwicklung?
Ein 800 Seiten starkes Buch – ohne brennende Fragen und einem langen Atem ähnlich dem der Evolution keine Chance, diese „zweite Bibel“ lesend zu durchreisen.

Kursleitung: Mag. Alexandra Zeitz

Termine:
Sa., 28.09., 19.10., 9.11.,30.11., 14.12. 2019, 11.01.2020,

jeweils 10:00 – 13:30

Kursgebühr: € 160,–