Schule für Malerei Kulturwerkstatt Wien
KURSPROGRAMM HERBST 2017

Philosophie/Literatur

LITERATUR AM FREITAG

Aktuelle Themen der Weltliteratur im Gespräch bewegen

KURSTIPP: J. M. Coetzee: Schande (1999)

Südafrika kurz nach dem Ende der Apartheid: ein gespaltenes Land, das noch keinen Modus für das friedliche Zusammenleben der ehemaligen Herrscher und Unterdrückten gefunden hat. Wie tief die Wunden gehen und wie sehr die Gesellschaft, die sich erst formen muss, im Innersten beschädigt ist, davon erzählt die Geschichte des alternden Literaturprofessors David Lurie, der wegen einer Affäre mit einer jungen Studentin die Universität verlassen muss und sich zu seiner Tochter aufs Land zurückzieht, die außerhalb von Kapstadt eine kleine Farm betreibt. Doch auch hier findet Lurie keinen Frieden. Schande ist ein Roman, der in verstörend nüchternem Ton die großen Fragen von Schuld, Reue und Vergebung in einer Weise behandelt, die noch lange nachwirkt.

Gesprächsleitung: Mag. Andrea Schröder

Termin: 6.10.2017, Beginn: 18:00

Beitrag nach freiem Ermessen

Yang Erche Namu: Das Land der Töchter

Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört.

Die Popsängerin Namu – die "Madonna" Chinas – erzählt von ihrer außergewöhnlichen Mädchenzeit in der matrilinearen Kultur der Moso, eingebunden in wunderbare Mythen, einzigartige Lieder und farbenprächtige Legenden von der Berggöttin Gamu, dem Alltagsleben und Festen der Moso. Sie erzählt von schwer arbeitenden Frauen, dem Dorf am Muttersee, von der Kulturrevolution und wie das ist, wenn frau das erste Mal eine Stadt sieht und erlebt.

Gesprächsleitung: Mag. Alexandra Zeitz

Termin: 19.01.2018, Beginn: 18:00

Beitrag nach freiem Ermessen

PHILOSOPHIE

PHILOSOPHIE

Christoph Menke: Kritik der Rechte

Menschen begegnen sich heute primär als Rechtsubjekte. Subjektive Rechte stecken unsere Handlungsspielräume ab und regeln das soziale Miteinander. Sie legen fest, was wir dürfen und was verboten ist und können notfalls vor Gericht eingeklagt werden. Die allgemeine Verrechtlichung ist fraglos eine politische Errungenschaft gegenüber traditionellen Gesellschaften. Sie stärkt aber auch die egoistische Anspruchshaltung des Einzelnen, befördert einen überbordenden Bürokratismus und führt in ihrer moralischen Entlastungsfunktion letztlich sogar zu einer Entpolitisierung der Gesellschaft – dies die These von Christoph Menke.

Ausgehend von seinen Überlegungen wollen wir der Frage nachgehen, inwieweit das Verhältnis von Demokratie und Recht tatsächlich per se spannungsvoll ist und wie ein auf Solidarität und Verantwortung setzendes Recht aussehen könnte.

Kursleitung: Mag. Andrea Schröder

Termine: Sa., 2.12: 10:00 – 17:00 Uhr,
So., 3.12: 10:00 – 14:00 Uhr

Kursgebühr: € 90.–