KURSPROGRAMM FRÜHLING 2020

Philosophie/Literatur

LITERATUR AM FREITAG

Lesend miteinander reisend, die Koffer voller Welt. Bitte lesen Sie das jeweilige Werk – wir freuen uns auf Gespräche! An alle, die sich seit Jahren bedanken für die bestens ausgewählten Titel, die sie gerne lesen und gelesen haben – warum kommen Sie nicht einfach?

Albert Camus: DER ERSTE MENSCH

„Der erste Mensch“ ist der letzte Text, an dem Camus gearbeitet hat und dessen Manuskript er bei seinem plötzlichen Unfalltod bei sich hatte. Der stark autobiografisch gefärbte und Fragment gebliebene Roman schildert auf eindrückliche und anschauliche Weise das Schicksal der mittellosen französischen Einwanderer in Algerien sowie die entbehrungsreiche Kindheit und Jugend in ärmsten Verhältnissen.
Zugleich ist er eine Liebeserklärung an die Landschaft und die Menschen, die Camus geformt und geprägt haben: an die stumme Zuneigung der halbtauben Mutter, die ebenso wie die herrische Großmutter Analphabetin war, an den aufmerksamen Lehrer, der ihm den Besuch des Gymnasiums ermöglicht hat, vor allem aber an die Schönheit der Natur, an das Licht und das Meer und die mediterrane Lebensweise.

Gesprächsleitung: Mag. Andrea Schröder

Termin: Fr., Fr., 21.2. 2020, Beginn: 18:00

Richtpreis: € 10,–

Wassili Golowanow: DIE INSEL ODER RECHT- FERTIGUNG DES SINNLOSEN REISENS (2012)

„Ich spürte, dass ich die Grenze der gewohnten Welt überschritten hatte, und das hieß, dass unsere Reise nicht umsonst war.“
Mit unerhörter Intensität und getränkt von uralten Mythen beschreibt der Journalist und Schriftsteller Wassili Golowanow in seinem „Dokumentarroman“ seine Reisen auf die Insel Kolgujew, einer Insel, so abgeschieden und geheimnisvoll als möglich in der östlichen Barentssee, im Hohen Norden Russlands, in der Tundra jenseits des Polarkreises. Die erste Begegnung mit dem grenzenlosen Raum des Nordens ist so überwältigend, dass es dem Schriftsteller erst einmal die Sprache verschlägt – bis er wieder zu seiner „Geopoesie“ findet, einer Einheit aus Landschaftsschilderungen, Kulturgeschichte und persönlichen Erfahrungen. Ein innerer, durch diese Insel ausgelöster Rauschzustand, führt Golowanow auf einen Weg der Erkenntnis – und zu einer neuen Identität.

Gesprächsleitung: Mag. Alexandra Zeitz

Termin: Fr., 29.5.2020, Beginn: 18:00

Richtpreis: € 10,–

PHILOSOPHIE

UTOPISCHES DENKEN - JENSEITS VON SACHZWANG UND ALTERNATIVLOSIGKEIT

Drehen wir den Spieß einmal um und klagen nicht über die gegenwärtigen Verhältnisse, sondern fragen uns, wie eine Welt beschaffen sein müsste, in der wir gerne leben wollen. Ist das naiv, weltfremd oder sogar gefährlich? Utopien stehen heute nicht gerade hoch im Kurs. In Literatur und Film dominieren Untergangsszenarien und Apokalypsen. Als Sehnsuchtsort gilt allenfalls noch die Vergangenheit. Gegen diesen Trend wollen wir uns mit dem schöpferischen Potential utopischen Denkens beschäftigen, seiner Wirkungsweise und Geschichte.

Kursleitung: Mag. Andrea Schröder

Termin:
18. und 19.1.2020
Sa., 18.1.: 10:00 – 17:00,
So., 19.1.: 10:00 – 14:00

Kursgebühr: € 95,–

Martha Nussbaum: KÖNIGREICH DER ANGST

Gefühle sind seit jeher Gegenstand philosophischer Betrachtungen gewesen. In der zeitgenössischen politischen Philosophie spielen sie indessen kaum eine Rolle. Eine Ausnahme bildet hier Martha Nussbaum, die sich auch in ihrem jüngsten Buch mit der emotionalen Seite politischer Entwicklungen beschäftigt. Nussbaum arbeitet darin Angst als das dominierende und letztlich demokratiegefährdende Gefühl der Gegenwart heraus. Ausführlich untersucht sie deren Herkunft und Wirkungsweise, um anschließend zu fragen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die nicht auf Angst baut, sondern in Hoffnung und Zuversicht gründet. Diesen Gedanken wollen wir aufgreifen, vertiefen und mit Blick auf die aktuelle politische Lage diskutieren.

Kursleitung: Mag. Andrea Schröder

Termin:
9. und 10.05.2020
Sa. 9.05., 10:00 – 17:00,
So., 10.05., 10:00 – 14:00

Kursgebühr: € 95,–

Kurstipp: KLIMA/ÖKOLOGIE: WIR KÖNNEN UNS ÄNDERN

Seit der Umweltschutz das Köpfchen hob, hat er verschiedentlich Wandel bewirkt. Recycling und bleifreies Benzin, Biogemüse und Fledermausschutz, vor allem aber die Verankerung des Umweltgedankens im öffentlichen Bewusstsein. Doch verglichen mit der gesellschaftlichen Revolution, die Internet und Mobiltelefonie in kürzester Zeit losgetreten haben nehmen sich diese punktuellen Veränderungen recht bescheiden aus. Wie lässt sich der Wandel zur Nachhaltigkeit schneller und zielgerechter anstoßen? Folgende zwei vor Beginn des Kurses zu lesenden Werke!!! bilden die Grundlage unseres Gespräches:

Wendell Berry: Körper und Erde:
Essays übers gute Menschsein, 2016

Die Schrift Berrys, Dichter und Farmer und einer der wichtigsten Vordenker der amerikanischen Ökologiebewegung, beschreibt, welches die Folgen des Regimes des Wettbewerbs sind, das eine gewachsene Kultur der Dauer, des ruhigen Werdens, des Kreislaufs und die Einheit von Mensch und Erde, Mensch und Mensch aufgelöst hat: die Beziehungen von Leib und Erde, Gemeinschaften, Einzelne, die Erde werden krank.

Felix Ekardt: Wir können uns ändern:
Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution, 2017

Felix Ekardt, Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik: Sind Gene, Kapitalismus, Machtpolitik oder mangelnde Bildung schuld, wenn die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht wie gewünscht gelingt? Oder wenn mal wieder mein Plan scheitert, weniger Fleisch und Süßigkeiten zu essen? Was treibt Menschen und Gesellschaf-ten an, was ermöglicht Wandel, und was blockiert ihn?

Kursleitung: Mag. Alexandra Zeitz

Termine:
Sa., 7.3., 21.3., 4.4., 25.4., 16.5.2020,
jeweils
10:00 – 13:30

Kursgebühr: € 140,–